Reiseempfehlung

Kanuerlebnis Oberelbe

Sächsische Schweiz – Dresden – Meißen

von Jana Malschewski, Dietrich Kloss und Heiko M. Kriegel

Sächsische Schweiz Barockstadt Dresden Meißen Stadt des Weißen Goldes

Die Elbe, mit ihren herrlichen Ufern ist landschaftlich und historisch immer eine Reise wert. Wenn Sie sich gerade überlegen, wie Sie Ihre Tour mit Kanu und Zelt wohl am besten organisieren, dann können wir Ihnen mit dieser kleinen Broschüre vielleicht ein klein wenig behilflich sein.

 

Die Flusswanderung, die Sie durch die »Sächsische Schweiz«, die Barockstadt Dresden bis hin nach Meißen zum Ursprung des Weißen Goldes, dem  »Meissner Porzellan« führt, kann mit dem Kanu in gut drei Tagen befahren werden, was wir Ihnen jedoch nicht empfehlen.

 

Kurze Abstecher zu den schönsten und imposantesten Sehenswürdigkeiten links und rechts der Elbe machen diese Tour zu einem einmaligen Erlebnis für jung und alt.

 

Anreise

Wenn Sie mit dem Autoanreisen empfehlen wir Ihnen unser Bootshaus in Dresden als Ausgangspunkt. Damit Sie die Tage bei uns optimal nutzen können, sollten Sie Ihre Ankunft in Dresden auf den Vorabend planen.

 

 

Erste Etappe

Mit Gepäck für zwei oder drei Tage, Zelt und Kanu starten Sie am Morgen zur ersten Einsetzstelle nach Schmilka, dem deutschen Grenzort zur Tschechischen Republik am rechten Elb-km 2.

Wer früh startet wird oft von einem dicken Nebelband über der Elbe begleitet, welches sich jedoch mit dem Eintreffen der ersten Sonnenstrahlen im Tal schnell auflöst. Auf den ersten 6 km werden Sie am rechten Ufer von ehemaligen Steinbrüchen im Schrammsteingebiet begleitet.

 

Tipp: Der Bootstransfer mit Auto und Bahn nimmt etwa drei bis vier Stunden in Anspruch. Auf Wunsch kann für ein geringes Entgelt auch ein Transfer für Sie organisiert werden, so dass Sie den Tag besser nutzen können.

 

Bald wird linkselbig (Elb-km 8) ein kleines Gasthaus sichtbar. Die hier vorhandene Steganlage lädt Sie gerade zu einem zweiten Frühstück oder zum Mittagessen ein. Zwei weitere Kilometer vom Landgasthaus »Ziegelscheune« entfernt liegt Bad Schandau. Die kleine sehenswerte Stadt ist wegen seiner Kurkliniken für rheumatische Erkrankungen weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Ein kurzer Zwischenstopp ist auch hier zu empfehlen (Elb-km 10,2).

 

Tipp: Denken Sie bitte daran Ihre Boote mit einem Stahlseil zu sichern. Wertsachen und Gepäckstücke können Sie im Nationalparkhaus einschließen.

 

Nationalparkhaus Sächsische Schweiz

Das Nationalparkhaus Sächsische Schweiz liegt gegenüber dem Rathaus, unweit der Elbe. In diesem Informations- und Besucherzentrum gibt es unter anderem eine 10 m hohe Felswand, einen virtuellen Kameraflug über das Elbsandsteingebirge sowie verschiedene Multivisionsshows. Auch junge Kanuten werden ihre Freude an der Ausstellung zum Anfassen haben. Und wenn Sie wanderfreudig sind, erkundigen Sie sich doch gleich, wann die nächste vom Ranger geführte Wanderung in Stadt Wehlen oder Rathen stattfindet.

Festung Königstein

Nun sind Sie schon eine Weile gepaddelt und fast am Tagesziel Stadt Wehlen angekommen. Doch wenn Sie Lust und Laune haben, dann steigen Sie linkselbig an der Fähre in Königstein (Elb-km 16,2) aus Ihrem Kanu und machen sich auf den Weg hinauf zur Festung Königstein.

 

Als Besuchermagnet Nr. 1 in der Sächsischen Schweiz bietet sie zu jeder Jahreszeit und für jedes Alter Interessantes, Wissenswertes, Historisches, aber auch Modernes, wie zum Beispiel verschiedene Feste und die Erlebnisgastronomie in den Festungskasematten. Dies ist auch eine sehr gute Gelegenheit, das Elbsandsteingebirge von oben zu bestaunen. Ein wunderbarer Aussichtspunkt!

Von der Fähre bis hoch zur Festung sind es etwa drei Kilometer zu Fuß. Für den Ausflug zur Festung sollten Sie ca. 3h einplanen.

 

Tipp:  Wenn Sie mit dem Festungsexpress vom Marktplatz in Königstein bis zur Festung hinauf und wieder zurück fahren, können Sie allerhand Zeit einsparen.

Unser Zeltplatz in Stadt Wehlen ist von Königstein aus nur noch eine Paddelstunde entfernt. Achten Sie bei der Weiterfahrt in Rathen (Elb-km 22,7) auf die älteste private Gierseilfähre Sachsens.

Nach einem langen Tag sind Sie nun auf dem Zeltplatz unseres Vereins in Stadt Wehlen angekommen. Nachdem Sie Ihre Zelte aufgebaut haben, können Sie sich erfrischen, und den Tag vielleicht sogar an einem Lagerfeuer ausklingen lassen. – Oder, sind Sie noch frisch und munter und für Kultur bereit?

 

Lagerfeuer müssen  beantragt werden. Rücksprache beim Zeltplatzwart

 

Felsenbühne Rathen - Winnetou

Die Felsenbühne Rathen, eine wunderschöne Naturbühne für Theater und Konzerte im Freien mit einer Kulisse aus Sandstein, wartet schon auf Sie (am Wochenende von Mai bis September, selten in der Woche). – Egal ob »Winnetou« oder »Der Freischütz«, der Besuch einer Aufführung ist lohnenswert. Machen Sie sich doch vor Ihrer Tour kundig und bleiben vielleicht einen Tag länger, um Wehlen, Rathen, Kultur und Ruhe richtig genießen zu können.

 

Weitere Tipps für Wehlen und die nähere Umgebung?

Wandern! Entweder ganz individuell mit Wanderkarte oder geführt von einem Ranger der Nationalparkwacht in der Sächsischen Schweiz. Ein beliebter Ausflugsort ist der Amselsee, nahe der Felsenbühne Rathen. Dort werden Sie eingeladen, ins Ruderboot zu steigen und auf dem See eine Runde zu rudern. Verbinden Sie es doch mit einem Dorfbummel in Rathen und Wehlen. Hier ist für jeden etwas dabei. Fürs leibliche Wohl sorgen zahlreiche Restaurants und Cafés die Sie in Stadt Wehlen und Rathen leicht zu Fuß erreichen können. Doch wer des Laufens müde ist, empfehlen wir gleich die gute Küche der Gaststätte direkt neben unserem Zeltplatz.

 

Unser Zeltplatz in Stadt Wehlen

Im Jahre 1927 pachtete unser Verein, der VKD, das Grundstück links und rechts des Weges Richtung Rathen am Ortsausgang der Stadt Wehlen. Die Hofewiese 20 am rechtselbigen Stromkilometer 24,9 ist in den vergangenen Jahren immer eine gute Adresse für Kanuwanderer nationaler und internationaler Herkunft geworden. Seit mehr als 40 Jahren ist unser Vorstandsmitglied Dieter Sinde unermüdlicher Zeltplatzwart. »Bobby« und seine Frau Karin sind unentwegt bemüht Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.In letzter Zeit, gerade jetzt nach der großen Flut, haben wir viele Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten vorgenommen. Ganz neu ist die Sporthütte mit 24 Notlagern unter dem Dach. So muss auch bei schlechtem Wetter keiner unserer Gäste mehr auf einen wohlverdienten warmen Schlafplatz oder eine warme Dusche verzichten.

 

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal für die zahlreichen Spenden bedanken, denn ohne sie hätten wir den Wiederaufbau nicht so rasch realisieren können. Dankeschön.

 

Die Kurt Oggel Hütte auf dem Wehlener Zeltplatz

 

Zweite Etappe

Dresden-Tolkewitz am Bootshaus Pirna Elbbrücke Wesenitzmündung Elb-km 36,2

Nach ein oder auch zwei Nächten auf unserem Zeltplatz in Stadt Wehlen, kann es nun nach Dresden gehen. Dies sind 24 km elbabwärts – bis nach Dresden-Tolkewitz. Am Elb-km 29,8 linker Seite gibt es die erste Gelegenheit, sich in Obervogelgesang zu stärken. Weiter geht’s durch die Pirnaer Elbbrücken, hin zur Mündung der Wesenitz (Elb-km 36,2). Ein wunderschönes Plätzchen übrigens, um ein kleines Picknick zu machen oder sich im Sommer im kühlen Wasser des Baches zu erfrischen.

     

Dresden
Brühlsche Terrasse

 

Goldener Reiter August der Starke

 

Schloss Pillnitz
Orangerie

 

Schloss Pillnitz
Gondel August des Starken

 

Das Schloss Pillnitz und der Dresdner Fernsehturm winken in der Ferne. Vorbei an der Fähre in Birkwitz – und schon ist der Schlosspark da. Hier planen Sie am besten ein wenig mehr Zeit ein, um sich diese wunderbare Parkanlage aus nächster Nähe zu betrachten. Sichern Sie wiederum Ihre Boote am Elb-km 43 und auf geht’s zur ältesten Kamelie Europas, von der Sie in der Schlossgärtnerei Absenker erstehen können, zur Orangerie, den vielen kleinen, hinter Zierhecken versteckten Gärten und natürlich sei die Gondel von August dem Starken nicht zu vergessen.

Die letzten 5 km bis zum Ausgangspunkt ins Bootshaus vergehen wie im Fluge, vorbei an der Hosterwitzer Kirche »Maria am Wasser«, der Laubegaster Schiffswerft und den Laubegaster Villen entlang der Elbe. Links am Elb-km 48,3 haben Sie Ihr Tagesziel erreicht.

 

Ausgangspunkt ist unser Bootshaus

Eine Stadtrundfahrt per Bus oder Bahn gibt Ihnen einen ersten Überblick über die Stadt Dresden – mit ein bisschen geschichtlichem Hintergrund dazu. Vom Postplatz aus leicht erreichbar sind der Zwinger, die Semperoper, das Residenz-Schloss – von wo aus Sie einen wunderschönen Blick über Dresden haben, wenn Sie auf den Hausmannsturm steigen – und die Hofkirche.

Zwischen Zwinger und Semperoper befindet sich eine Touristinfo, wo man sich beraten lassen kann und Infomaterial bekommt. Von der Hofkirche, vorbei am Fürstenzug, geht es zur Baustelle der berühmten Frauenkirche, die bis 2006 wieder aufgebaut werden soll. Ein Blick vom »Balkon Europas«, der Brühlschen Terrasse, lässt Sie die Elbe und das Neustädter Elbufer entdecken.

Wieder in die Stadtmitte zurück, am Altmarkt mit dem Kulturpalast, und Sie können zum Rathaus, in den vielen Geschäften bummeln gehen, etwas Leckeres essen oder eines der vielen Museen besuchen.

Auch die Neustädter Seite (rechtselbig) ist nicht zu verachten. Bestaunen Sie den Goldenen Reiter, die Königstraße und vor allem abends das Kneipenviertel. Die Straßenbahnlinie 6 bringt Sie von hier aus wieder zum Bootshaus des VKD zurück, die ganze Nacht hindurch.

In naher Umgebung zum Bootshaus sind das Blaue Wunder, die schönste Brücke Dresdens, die älteste Bergschwebebahn der Welt und die Standseilbahn (beides auf der rechtselbigen Seite).

 

Die Möglichkeiten in Dresden etwas zu erleben und die Stadt, sowie ihre Geschichte kennen zu lernen sind praktisch grenzenlos. Nutzen Sie einfach die mit gekennzeichneten Internetverbindungen für die Planung Ihres Aufenthalts.

 

 

Dritte Etappe

Ihr Tagesziel heißt Meißen ...

Albrechtsburg Meißen

... von wo aus Sie wieder per Zug nach Dresden kommen, oder wir Sie nach Vereinbarung auch abholen. Diese Strecke ist 33 km lang.

Haben Sie am VKD abgelegt, fahren Sie kurz danach durchs Blaue Wunder, sehen rechts die wunderschönen Elbschlösser und kommen ins Zentrum. Durch drei Brücken hindurch – noch mal den Blick auf die Altstadt genießen – und auf geht es nach Radebeul. Vorbei an verschiedenen Dresdner Stadtteilen, durch 2 Brücken und die Radebeuler Weinberge winken von der Ferne (rechte Seite). Für die Mittagspause ist der beste Flecken Erde die Gohliser Windmühle, auf der linken Elbseite etwa am Elbkilometer 65. Es geht an Radebeul vorbei durch eine wunderschöne Landschaft bis nach Meißen. Hier empfehlen wir Ihnen wieder einen Stadtrundgang, nachdem Sie Ihre Boote beim Meißner Kanuverein (am Elb-km 81,6), oder im Auto verstaut haben.

 

Der Meißner Dom, die Albrechtsburg, die Altstadt und die Porzellanmanufaktur laden zum Verweilen ein. Nehmen Sie sich die Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel.

 

Wir hoffen Ihnen ein paar erholsame Tage in Dresden und Umgebung verschafft zu haben und wünschen eine gute Weiterfahrt. Und vielleicht hat es Ihnen so gut gefallen, dass Sie bald einmal wiederkommen.

 

Übernachtungswünsche

Die Anmeldungen auf den Kanustationen in Dresden, Stadt Wehlen und Meißen sowie Informationen über die Gegebenheiten erfahren Sie bei unseren Zeltplatzverantwortlichen.

 

VKD Zeltplatz Stadt Wehlen, Sportfreund Dieter Sinde
Telefon 0351 – 310 47 98
oder Mobil 0173 – 443 52 19

 

VKD Zeltplatz Dresden
Telefon 0351 – 310 89 19
oder Mobil

 

SG Kanu Meißen, Sportfreundin Ilse Matuschka
Telefon 03521 – 45 47 57
e-Mail info@kanu-meissen.de

 

Fotos: Nationalparkhaus Sächsische Schweiz; Landesbühnen Sachsen, Hagen König; Albrechtsburg Meißen; Porzellanmanufaktur Meißen; Heinz Göldner, André Säuberlich, Heiko M. Kriegel

 

© Verein Kanusport Dresden e.V.